Eine Frage der Größe



Um es vorweg zu nehmen, meine Antwort auf diese Frage bezieht sich mal wieder auf unser Futter und funktioniert überall. Ist aber nicht überall nötig. Für leichte Gewässer, wo Boiliejunkies natürliche Nahrung links liegen lassen, nur um sich die nächste Kugel zu geben, ist der Aufwand vielleicht etwas zu groß. Zumindest, wenn man den Mist selber herstellen muss. Obwohl, wenn ich es mir recht überlege...

 

Für die Frage "Klein, mittel oder groß?" habe ich eine Antwort gefunden, die überraschend einfach ist. Wenn wir auf Nummer sicher gehen wollen, nehmen wir alle! Eine Kombination von verschiedenen Größen bringt Fisch! Es gibt da allerdings ein ABER:


Stellen wir uns vor, wir füttern ganz klassisch Mais (klein) dann Boilies (mittel) und Pellets (groß). Wir dürfen aber nur mit zwei Ruten fischen. Bleibt die Frage: Welchen Köder nehmen wir? Welchen würdet ihr nehmen?

Egal wofür wir uns entscheiden, ein Köder bleibt trocken. Die Meisten von uns werden sich für die augenscheinlich hochwertigsten Köder entscheiden. Also einen Boilie und einen Pellet. Jetzt sagt nicht, ihr hättet nur mit Kugeln gefischt?

Ich würde für einen guten alten Hailbutt-Pellet so manchen Boilie liegen lassen. Und so könnte es auch einigen gewichtigen "Schönheiten" gehen. Und außerdem, wer wird denn da den guten alten Mais unterschätzen? Könnte ebenfalls ein Fehler sein.

Geben wir dem Karpfen die Möglichkeit zu wählen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn er sie nutzt. Aus meiner Erfahrung geht das nämlich nicht immer zu unseren Gunsten aus.

Also zwei Ruten: Dann eben nur noch zwei Sorten Futter! Müsste doch jetzt passen, oder? Diesmal nehmen wir Tigernüsse (klein) und dazu passende Boilies (mittel). So haben wir zumindest alle Köder im Wasser.

Klingt schon mal nicht verkehrt, kann aber auch schnell daneben gehen. Das mit der Möglichkeit zu Selektieren hatten wir ja eben schon. Gehen wir jetzt mal davon aus, die Karpfen finden die Boilies gut und lassen die Nüsse unbeachtet. Dadurch wäre von vornherein eine Rute tot. Die Chance zu Fangen verringert sich um schlappe 50%. So und jetzt liegt auch noch die Montage mit der tollen Kugel am falschen Platz. Soll heißen, die Karpfen fressen hauptsächlich im Bereich um die unattraktive Nuss. Damit haben wir einen "Blank" gewonnen.

Ergo: Liegt das richtige Futter (Köder) am falschen Fleck und der falsche am richtigen bedeutet das 100% Versagen! Wer daran zweifelt, sollte sich mal fragen, wie oft nur einer Rute läuft, obwohl mehrere im Wasser sind. Gleiche Köder vorausgesetzt!

Mir fällt da gerade noch eine schöne Variante ein: Der richtige Köder liegt in diesem Fall am richtigen Platz, aber das Rig ist vertötzelt. Da freut man sich, wenn nach einer Nacht ohne Aktion der Grund ersichtlich wird. Ich hoffe ihr seit nicht zu abgehoben um zu behaupten, so etwas könnte euch nicht oder nicht mehr passieren. Manchmal wundert man sich, ich zumindest. In diesem Fall nur zu blöd, dass an der anderen Rute, die perfekt lag, der falsche Köder war.

Wer kritisch mitgedacht hat, könnte die Lösung schon gefunden haben. Tut euch den Gefallen und überlegt, bevor ihr weiterlest.


Der endgültigen Lösung oder sagen wir meiner favorisierten Lösung geht eine einfachere Variante voraus:

Gebt den Karpfen keine Möglichkeit zu selektieren! Benutzt nur ein Sorte Futter und entsprechende Köder!

Ein Schritt weiter bezieht die Futtergröße bzw. ihre Größen mit ein. Nutzt verschieden großes Futter gleichen Ursprungs!

Diesen Satz hätte ich eigentlich dick schreiben müssen. Damit vereinen wir zwei ganz entscheidende Vorteile für uns:

Klein, mittel dann groß. In dieser Reihenfolge fängt unser Zielfisch an zu fressen. Vor allem scheue Karpfen und Fische, die diese Art Futter noch nicht kennen. Das heißt, durch verschiedene Größen verlieren die Karpfen ihre Scheu und fressen schon nach relativ kurzer Zeit unser gesamtes Angebot. Dabei hat das kleine Futter den wohl wichtigsten Part. Es legt die Grundlage für den Übergang zu etwas größeren Ködern. Und von mittel zu groß ist dann auch nur noch ein kleiner Schritt. Es sollte einleuchten, dass Futter mit der gleicher Geschmacksrichtung am Besten funktionieren.

 

 

Vorteil Nummer eins: Die Karpfen nehmen unser Futter an!

Und Nummer zwei : Wir bieten ihnen keine Wahlmöglichkeiten! So kann er nicht selektieren. (Wir übrigens auch nicht! Dadurch schwindet die Gefahr, dass wir Fehler machen.)


 

Wenn ihr jetzt noch Vertrauen in das Futter habt, steigt eure Warscheinlichkeit zu fangen deutlich an. Ihr habt die Wahl!

 

 

Lars Müller