Handarbeit



Ich bin ein Freund von meist unauffälligen und eher kleinen Ködern. In meiner Vergangenheit konnte ich damit in stehenden Gewässern den Großteil meiner schwersten Fische überlisten. Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass ein erfahrener Großfisch einen dezenten Köder unterhalb der Standartgrößen eher frißt. Zumindest nicht so misstrauisch und damit besser gehakt wird. Aber hier geht es um genau das Gegenteil. Denn manchmal ist größer besser. Immer dann, wenn die Karpfen richtig fressen. Besonders wenn sie auf Standartkugeln kaum noch gefangen werden. Gerade in der warmen Jahreszeit sind mutierte Köder immer einen Versuch wert.

Also es geht um große Köder...

Bei meinen Ködern kann ich mit recht von Handarbeit sprechen. Jeder einzelne davon ist durch meine Hände gegangen. Und so entstehen meine "Steine":

 

 

Ein fertig angerührter Teig (Mix + Eier, etc.) wir zu Würsten mit einem Durchmesser von 25 – 30mm gepresst. Auf jeden Fall oberhalb der Standartgrößen bleiben, so fangen wir mehr! Dann werden die Teigwürste in Stücke geschnitten. Ungefähr so breit, wie der gewählte Durchmesser. Anschließend werden die Teigstücke einzeln in den Händen zusammengepresst. Jetzt nur noch kochen (bei den Größen mind. drei Minuten). Und fertig ist ein ganz persönlicher Köder! Quasi mit eigenem Hand- bzw. Fingerabdruck.

 

Natürlich kann man den Teig auch ausrollen und mit einem Messer in Stücke schneiden, allerdings werden bei mir die Klumpen mit der Zeit immer größer. Fragt mich nicht warum?Mit den Teigwürsten halte ich hingegen die geplante Größe. Trotzdem gleicht kein Köder dem anderen, da die Abstände beim Zerteilen der Würste nie exakt gleich sind. Was ich eindeutig als Vorteil ansehe. So erhalte ich nicht nur verschiedene Formen sondern auch unterschiedliche Gewichte. Also nicht zu genau arbeiten. Mit Augenmaß und eventuell sogar absichtlich kleine Ungleichheiten einbauen. Oder einfach auf die eigene Talentfreiheit setzten?

Übrigends spreche ich bei dieser Variante gerne von "Steinen", weil sie so aussehen. Vielleicht ist an der Sache ja wirklich was dran, dass Karpfen mit einer Kugelform Gefahr in Verbindung bringen? Dann wäre eine Steinform bestimmt ein Pluspunkt. Wer hat schon Angst vor Steinen?

 

Die Herstellung ist, wie ihr seht, ziemlich simpel. Und das Schöne dabei, wir sind nicht auf eine Boiliemaschine oder einen Boilieroller angewiesen. Wir brauchen nicht mal zwangsweise eine Gun, nur ein wenig Zeit.

Ab und zu lohnt es sich die Finger dreckig zu machen. Mal unter uns, das Gewicht der Karpfen ist bei solchen Ködern fast immer über dem Durchschnitt. In diesem Jahr habe ich darauf noch nicht einen Fisch unter 15Kg gefangen. Also worauf wartet ihr?

Die beiden Spiegler stammen aus meiner letzten Nacht. Sie mochten meine fischigen "Steine". Obwohl der letzte ihnen mit Sicherheit im Gedächtnis bleiben wird.

 

Im Optimalfall ist man der Einzige, der auf große Köder setzt. Zumindest an dem Gewässer, wo man gerade fischt. Denn mit der Zeit verbinden die Karpfen Gefahr mit Big Baits. Wenn ihr mich fragt, sogar schneller wie mit kleineren Ködern. Aber es reicht ja, wenn man den Bestand einmal gefangen hat. Oder? :-)

Go your own way!

Lars Müller