Endlich Urlaub



Kennt Ihr das, Ihr freut Euch das ganze Jahr auf Euren Jahresurlaub, und wenn er dann da ist, wisst Ihr nicht, was Ihr machen sollt? Ich zum Glück nicht.

Nachdem die erste Woche meines dreiwöchigen Sommerurlaubs an einem großen Fluss leider fischlos war, wollte ich den Rest der Zeit damit verbringen, mir endlich meinen lang gehegten Traum vom Graskarpfen zu erfüllen. Ich hatte schon an vielen Gewässern geangelt, aber nie hatte ich das Glück einen von diesen schönen Fischen fangen zu dürfen.

Als Gewässer hatte ich mir einen Baggersee ausgesucht, welchen ich in den nächsten Tagen beangeln wollte. Hier hatte ich schon seit ein paar Jahren nicht mehr gefischt, weshalb ich mich richtig drauf freute, dort mal wieder Angeln zu gehen. Am See angekommen, fiel mir sofort die schöne blaugrüne Färbung des Wassers auf. Ich dachte mir sofort: „Boa geil, hier muss doch was gehen!“.

Der See hatte sich seit meinem letzten Angeln verändert. Er wurde ausgebaggert und an vielen Stellen wusste ich nicht, wie tief er nun war. Auch das Kraut, welches vor ein paar Jahren noch massenhaft vorhanden war, ist dadurch verschwunden.

Von einer Stelle hatte ich gehört, dass es dort immer noch recht flach sein sollte. Dies wollte ich mir genauer angucken. Mit Polbrille und Echolot bewaffnet, lief ich um den See zur Stelle. Da die Sonne schien, konnte man sofort mit der Polbrille schemenhaft eine Sandbank ausmachen. Ohne die Brille war diese nicht zu sehen. Mit dem Echolot warf ich die Stelle ein paar Mal an. Die Anzeige verriet mir, dass die Sandbank dort von 90 cm auf 2,00 m abfiel. Perfekt! Das sollte meine Stelle werden. Schnell hatte ich mein Zeug geholt und mache die Ruten fertig.

Als Futter hatte ich Mais und dazu passende Boilies ausgesucht. Ich streute einen riesigen Teppich quer über die ganze Sandbank, legte eine Rute obenauf und die andere Rute vor die Sandbank an die untere Kante. Ich hatte ein richtig gutes Gefühl und freute mich auf die Nacht. Als ich einschlief, rechnete ich jeden Moment mit einem Biss.

Am nächsten Morgen dann die Ernüchterung, in der Nacht war nix gegangen. Auch in den Morgenstunden kam kein Fisch. Etwas frustriert packte ich ein und überlegte die ganze Zeit, wieso ich nix gefangen hatte. War mein Futter verkehrt oder hatte ich die falschen Montagen? Nach einigem Grübeln kam ich zu dem Entschluss, dass in meinem Bereich wahrscheinlich einfach keine Fische waren.

Gegen Abend kam ich wieder. Ich wollte an einer anderen Stelle mein Glück versuchen. Leider musste ich am Wasser angekommen feststellen, dass die Stelle schon von einem anderen Karpfenangler besetzt war. Auch auf meiner Ausweichstelle saß schon jemand. So ging ich etwas widerwillig zu der Stelle, wo ich die letzte Nacht schon verbracht hatte. Ich fütterte wieder einen großen Teppich, veränderte aber meine Montagen. Hatte ich in der letzten Nacht noch recht lange Vorfächer gefischt, setzte ich nun auf kürzere mit einem etwas größeren Haken. Wenig Später saß ich vor meinen Ruten und beobachte das Wasser. Im Gegensatz zum Vorabend waren nun immer wieder Fische zu sehen. Auch meine Bissanzeiger meldeten sich immer wieder mit einzelnen Piepern. Die Fische waren auf jeden Fall aktiv. In der Dunkelheit war es dann endlich so weit. Meine Rute, welche vor der Sandbank lag, meldete sich mit einem schönen Vollrun!

Nach ein paar Minuten konnte ich das erste Mal die Flanke des Fisches im Schein meiner Kopflampe sehen. Konnte das wirklich sein?! Ich hatte etwas Langes mit Schuppen gesehen. Innerlich freute ich mich auf meinen ersten Graser. Kurz darauf ein kleiner Dämpfer. Es war ein guter Schuppi und kein Graser. Aber egal, ich freute mich trotzdem mega. Schließlich war es der erste Fisch seit Langem an diesem Gewässer für mich. Wenig später lag ich wieder in meinem Schlafsack und schlief zufrieden ein.

In den frühen Morgenstunden wurde ich von einzelnen Piepern geweckt. Leicht verschlafen und etwas genervt bewegte ich mich zu meinen Ruten. Nach dem Anhieb festigte sich der Gedanke, den ich schon die ganze Zeit hatte: „So schlapp, wie der sich anfühlt, kann das nur eine Brasse sein“. Der Fisch am anderen Ende ließ sich ohne große Gegenwehr einfach rankurbeln. Kurz bevor ich den Fisch sehen konnte, explodierte das Wasser vor mir und mein Gegner legte eine Mörderflucht hin. Yes! Nachdem was ich gehört hatte, konnte das nur ein Graser sein. Nach ein paar kurzen aber heftigen Fluchten kann ich den Fisch endlich in den Kescher führen. Kaum das er das gemerkt hatte, rastete dieser noch ein paar Mal im Netz richtig aus. Als er sich beruhigt hatte und ich den Fisch in den Armen halten kann, bin ich mega happy.

Endlich kann ich den Graser von meiner Wunschliste streichen.

Bis zum Zusammenpacken konnte ich noch einen kleinen Spiegler fangen.

Auch wenn es mein erster Graser war, hat es mir das Angeln auf diese Fische angetan. Es ist anders, als das Angeln auf normale Karpfen, macht aber echt Spaß. Ich glaub, ich werde in nächster Zeit, öfter auf diese Fische angeln.

Ihr werdet bestimmt dann von Zeit zu Zeit hier darüber lesen.

Alex