Frühe Karpfen!



Die letzte Nacht liegt gerade ein paar Stunden hinter mir. Mittlerweile bin ich schon wieder müde. Hab irgendwie nicht so gut geschlafen. Einen Grund dafür gibt es eigentlich nicht. Aber es gibt halt solche Nächte. Ich muss wahrscheinlich öfter los. Dann gewöhne ich mich auch wieder an meine Liege und das ganze drum herum. Im Frühjahr ist es nicht nur für die Karpfen schwer, auch wir Karpfenangler müssen uns mühsam ans Wasser zurück kämpfen. Es läuft halt einfach noch nicht so richtig. Aber wenn wir uns dann überwunden haben, wollen wir natürlich auch was fangen. Im Optimalfall auch wirklich einen Karpfen. Das wir jetzt, wo das Wasser noch kalt ist, mit dem Futter eher sparsam umgehen sollten, dürfte wohl bekannt sein. Ich hab hier mal meine aktuelle Futtermenge pro Tag fotografiert, wenn ich einen Spot vorbereite. Das sind ungefähr zwei Hände voll. Eine Kombination von süß (hell) und fischig (grau), sowie etwas Frolic (braun). Wer jetzt instand (ohne vorzufüttern) einen Karpfen fangen will, könnte mit dieser Menge schon zu hoch gegriffen haben. Beim Füttern gilt, je weniger Futter wir einsetzen, desto länger sollten wir die Stelle vorbereiten. Jetzt würde ich z.B. mindestens fünf Tage empfehlen. Länger schadet nur, wenn euer Futter schlecht zu verwerten ist. Ansonsten erhöht es eure Fangchancen.

Ach ja, die letzte Nacht. Abgesehen davon, dass ich nicht wirklich gut geschlafen habe, hatte ich ein interessantes Erlebnis. Dieses lustige Nagetier schwamm an mir vorbei und brummte so vor sich hin. Ich fand das amüsant und dachte mir, das kann ich auch. Also hab ich versucht das Brummen zu imitieren. Das witzige dabei, das kleine Kerlchen hat sofort reagiert. Beim ersten Brummen machte er quasi eine Vollbremsung und drehte ruckartig den Kopf zu mir. Bei meinem erneuten Brummen kam er dann an Land. Ich hab mir nur gedacht, ach wie cool. Hab mir die Kamera geschnappt und bin langsam, brumment in seine Richtung. So konnte ich mich ihm bis auf anderthalb Meter nähern. Wir haben uns noch ein wenig angebrummt, bevor es dem kleinen Nutria dann wohl doch zu langweilig wurde.

Bevor es euch jetzt zu langweilig wird, um kurz vor zwei Uhr Nachts bekam ich einen zaghaften Biss. Es piepte nur ein, zwei Mal, dann ging mein Hanger rund fünf Zentimeter runter. Also raus aus dem warmen Schlafsack und ab in die Kälte.

 

Ich finde das Bild spricht für sich. Hammer!

Falls es einen interessiert, er mochte die fischige Variante. Als Lockfutter dienten mir lediglich zwei weitere Stückchen und vier zerbrochene Frolic.

Lars Müller