Anfüttern auf Dorsch



Seekrankheit - Hinweise zur Mengendosierung

Vielleicht hat sich der ein oder andere von Euch bereits mit dieser ganz speziellen und teilweise unter Experten verbreiteten Methode beschäftigt. Mediziner nennen es Nausea, an Bord spricht man mit Augenzwinkern gern vom Anfüttern auf Dorsch, gemeint ist natürlich schlichtweg die Seekrankheit wozu ich meine Erfahrungen gerne einbringen möchte…

Einige von uns erwischt es förmlich allein bei dem Gedanken an die Schaukelei auf See, andere wiederum sind dagegen so gut wie immun. Beobachten konnte ich den Anflug von Seekrankheit sowohl bei kleinen, kurzen Wellen durch leichte Winde aus verschiedensten Richtungen, bis hin zu großen rollenden Brechern mit kräftigen und teilweise recht bösen Winden. Sicherlich unterstützen Winde aus Nord und Ost dabei Nausea stärker. Wenig Schlaf am Vortage, übermäßig viel Alkohol und Nikotin erweisen sich für die Seekrankheit in jedem Fall als förderlich.  

Treffen kann es jeden und wenn Du dran bist, dann bist Du halt dran. Ich treibe es sogar auf die Spitze und bin der Meinung, jeder von uns sollte es einfach mal erlebt haben. Es gehört doch auch irgendwie dazu.

Was sind Symptome von Seekrankheit? Keine Sorge, es ist ganz einfach. Oftmals wird der Mund trocken, teilweise bricht kalter Schweiß aus. Neben Schwindel und Übelkeit kommen gern auch völlig neue Gesichtsfarben hinzu. Die Farbpalette recht von weiß über gelblich bis hin zu einem grünlichen Hautton. Das grandiose Finale endet nicht selten im sogenannten ´Fische füttern´. Man kotzt sich dann die Seele aus dem Leib.

Mir selbst ist es einmal vor über 10 Jahren böse ergangen. Letztendlich kroch ich nur noch jammernd über Deck und fütterte ausschließlich in grüner Flüssigkeit an. In diesem Moment schwor ich mir nie wieder ein Schiff zu betreten. Mein Angelkollege lehrte mich aber eines Besseren und prügelte mich förmlich aus meinem Selbstmitleid wieder an die Rute zurück. Als ich dann Dorsche fing, ging es mir auf einmal merklich besser und Nausea war wie weggeblasen. Wenn ich schon vorher der Meinung bin Nausea zu bekommen, so kommt Nausea auch. Neben meinen Gedanken kann ich aber noch selbst einiges gegen Nausea machen. Ein gutes, nicht zu großes Frühstück wirkt oft Wunder. Weiter oben wurden bereits wichtige Punkte erwähnt. Ich selber habe zusätzlich positive Erfahrungen mit Tabletten (Vomex A) oder für die stärkeren Winde mit verschreibungspflichtigen Pflastern (Scopoderm) gemacht. Ob diese nun aktiv wirken oder bei mir einen Placeboeffekt hervorrufen, kann ich nicht beurteilen. Ich kann aber mit Gewissheit sagen, bei wirklich jedem Wetter bisher auf See gewesen zu sein und seit diesem einen Male nie wieder angefüttert zu haben.

Wenn uns oder andere Angler auf dem Kutter dann doch einmal die Seekrankheit erwischt hat, sollten wir grundsätzlich dran denken das Finale, dem ´Seele aus dem Leib kotzen´ im Heck auszuüben. Warum? Es verhält sich an Bord mit unserem Erbrochenen genauso, wie mit dem Kaugummi, den jeder von uns schon aus einem fahrenden Auto geworfen hat und dieser dann letztendlich in unseren Haaren klebend gelandet ist…

Nehmt genügend Flüssigkeit (kein Alkohol) gegen evtl. Kreislaufprobleme ein und helft auch bei Bedarf Eurem Nachbarn mit evtl. einer Tablette, damit alle einen schönen Tag auf See verbringen.

Ich habe es zu Ostern geschafft zwei Kinder an Bord vor dem Finale von Nausea zu bewahren und damit vielleicht zwei zukünftige Nachwuchsangler für die Kutterangelei begeistert.

Wir sehen uns auf dem Kutter

Euer DG-Nico