Alles nach Plan!



Wie sollte es auch anders beginnen als mit einer Idee? Ein kleiner Funke, der mit der Zeit zu einem lodernden Feuer wird. Oder um das Ganze etwas praxisnäher zu umschreiben: Ein kleiner Köder, der das Wasser zum explodieren bringt.

Was mich die Vergangenheit gelehrt hat: Wer lange genug an einer Idee, einem Ziel oder einem Traum festhält wird auch irgendwann Erfolg haben. Das kann zwar eine ganze Zeit dauern, aber man sagt uns Anglern ja nach, dass wir Geduld haben. Was ich übrigens als Vorurteil ansehe. In diesem Fall hatte ich allerdings das Glück, dass auf Anhieb alles nach Plan lief.

„Von A wie Anfang bis G wie Grasfisch!“

A wie Anfang:

Um dem Ganzen einen kleinen Kick zu geben wählte ich ein Gewässer mit einem eher bescheidenen Bestand an Graskarpfen. Da ich mich ungern allein auf mein Glück verlasse war für mich klar, dass ich meinen Spot gut vorbereiten musste. Aus meinen anfänglich geplanten sieben Tagen, wurden dann zum Schluss Dreizehn. Alleine das Wetter war ausschlaggebend für diese kleine Planerweiterung. Aber dann kam Tag X. Das Wetter war perfekt. Nach einem Hoch kam der von mir sehnsüchtig erwartete Temperatureinbruch. Damit hatte ich grünes Licht.

Noch kurz einen Schritt zurück

B wie Boilievarianten:

Futter spielte, wie immer, eine große Rolle. Beim Graskarpfen vielleicht noch etwas mehr wie bei den Bartelträgern. Falls es interessiert, meine Wahl fiel auf Dumbels mit einem Durchmesser von 12mm (Yellow Fruit). Etwas größer als Partikel, eine schöne gelbe, auffällige Farbe, leichter Zitrusgeruch und ein angenehm süßlicher Geschmack. Für Graser, um diese Jahreszeit perfekt. Wer die Futtermenge schätzen will, kann mal einen Blick in meinen Eimer werfen.

 

C wie Carpe diem:

Nutze den Tag! Hieß für mich eine passende Futterstelle suchen und Vorbereiten, also Füttern. Gemäß dem Prinzip „Go your own way!“ will ich euch gar nicht erst zum direkten Nachmachen animieren. Aus diesem Grund bekommt ihr an dieser Stelle „nur“ zwei Tipps. Diese könnten allerdings fangentscheidend sein. Sind es wahrscheinlich auch. Vielleicht sollte ich sie lieber doch für mich behalten. Na gut:

1. Großflächig Füttern!         2. Nicht viel tiefer als zwei Meter!

D wie Daumen drücken:

Wer sich ein Gewässer mit einem guten Graskarpfenbestand ausgesucht hat, wird schon den einen oder anderen Zielfisch begeistern können. Wer hingegen etwas wagemutiger ist und das Gegenteil versucht, der könnte etwas Glück gebrauchen. Warum dann nicht gleich auf Nummer sicher gehen?

Ganz einfach! In Gewässern mit einem geringen Bestand ist die Freude über einen gefangenen Fisch um einiges größer. Und nicht nur die Freude, oft auch die Fische selber. Allerdings könnte es hier nicht schaden, wenn wir für gutes Gelingen die Daumen ein wenig drücken.

E wie Entspannen:

Bis zum Fischen könnten wir doch jetzt eigentlich entspannen, oder? Was soll schon passieren?

Im schlimmsten Fall füttert ein Kollege auf der gleichen Stelle oder befischt Sie vor uns. Oder sitzt am ersehnten Angeltag auf unserem Platz. All das würde unseren Plan zunichte machen!

Wer die Tage bis zum eigentlichen Fischen genießen will, sollte einen kühlen Kopf bewahren. Egal wie lange wir eine Stelle auch vorbereiten, wir können hier keinen Anspruch geltend machen. Wer zuerst kommt, angelt auch zuerst! Und das ist nicht einmal ungerecht. Bei diesem Thema sitzen wir alle im gleichen Boot. Wirklich entspannen können wir erst, wenn wir das akzeptieren. Abgesehen von ein paar schwarzen Schafen setzt sich keiner absichtlich auf eine fremde Futterstelle. Sollte dieser unglückliche Fall mal eintreten wäre es schön wenn wir Verständnis anstatt Verachtung aufbringen könnten. Es sollte dann einfach nicht sein. Wir könnten den Rest des Tages jetzt verfluchen oder ein neues Ziel wählen und unser Leben genießen. In meinem Fall brauchte ich kein Verständnis aufbringen.

F wie Fangen:

Meine Stelle blieb bis zum Angeltag unbefleckt. Damit war die größte Hürde genommen. Meine Fallen wurden ausgelegt und ich konnte mich entspannt zurücklehnen.

Es verging keine halbe Stunde bevor der erste Run folgte. Und der hatte es in sich. Schon nach ein paar Sekunden wusste ich mit wem ich es zu tun hatte. Es folgte ein ganz typischer Graserdrill. Es waren alle Klassiker dabei. Explosionen, schnelle und auch etwas langsamere Fluchten, sowie das scheinbar hörige Folgen. Für mich lief alles nach Plan. Nach etwas über einer halben Stunde lag dann mein Grasfisch im Netz.

G wie Grasfisch:

Mein Plan war aufgegangen!

Kennt ihr noch das A-team? Genau in solchen Momenten wäre das fast schon legendäre Zitat von Hannibal Smith angebracht: „Ich liebe es, wenn ein…!“

Auf euren nächsten Plan!

Lars Müller