Einer dieser Tage!



Schnee, Kälte, alles Grau. Ich kann es nicht mehr sehen. Dann der Stress auf der Arbeit. Ich will hier weg! Aber wohin? Meistens hilft es mir ja, wenn ich ans Wasser fliehe. Ein paar Wurf mit der leichten Spinnrute und alles ist wieder gut. Im Moment kann ich mich nicht mal dafür begeistern. Kaum steht man am Fluss, die Seen sind ja mal wieder zu, schmerzen auch schon die Hände vor Kälte. Kurze Zeit später melden sich dann die Füße. Wenn wir Glück haben, dauert es nicht allzu lange, bis der eisige Ostwind unseren Willen bricht. Dann stellt schon das Auto aufschließen eine echte Herausforderung dar. Da frag ich mich schon ab und zu, warum ich mir das antue. Oder geht es nur mir so? Und seien wir mal ehrlich, die Fänge fallen meistens auch bescheiden aus.

Dabei fing dieses Jahr gar nicht mal so schlimm an. Bereits im Januar gab es einige Tage mit Plusgraden. So konnte ich schon die ersten Karpfen über meinen Kescher führen.

 

 

Aber leider war diese Wärmeperiode nur von kurzer Dauer. Seitdem wurde es immer schlimmer. Ich hätte ja gerne schon die ersten Bartelträger im Fluss geärgert, aber Hochwasser und ständig pendelnde Wasserstände ließen mir nur wenig Hoffnung. So blieben mir in den letzten Wochen nur ein paar Barsche und kleinere Hechte, die ich mir wirklich hart erkämpfen musste.

 

 

Da die Schonzeit für Hecht kurz bevor steht, wollte ich mein Glück noch einmal versuchen. Immerhin endet mit Beginn dieser Schonzeit jegliches Raubfischangeln für einige Monate. Also Zähne zusammenbeißen und los.

Vor Ort fand ich einen ziemlich perfekten Wasserstand vor. Das Kribbeln in meinen Händen wurde diesmal nicht von der Kälte ausgelöst. Ich war mir sicher, hier geht was. Zuerst zupfte ich einen kleinen gelben Twister über den Grund. Eigentlich für Barsch, dank einer Vorahnung, aber mit Stahl versehen. Schon beim dritten Wurf war meine Rute krumm. Da ich den Biss kaum gemerkt habe, war ich mir zunächst nicht sicher, ob ich nicht irgendwas gehakt habe. Als ich die Bremse lösen muss, verspüre ich den Wunsch, den Fisch wenigstens zu sehen. Ein leichtes Gerät ist nun mal immer mit etwas Risiko verbunden. Aber es ging gut. Ein Hecht. Und was für ein Kämpfer!

 

 

Das die Raubfische sonst anscheinend eher träge in Grundnähe verbringen, bestätigen mir einige Parasiten auf seinen Schuppen. Selbst meinen in Zeitlupentempo geführten Twister hat er nur vorsichtig genommen. Er war äußerst knapp gehakt.

Trotz Erfolg ändere ich meinen Köder. Ich will versuchen einen Zander zu fangen. Bei dem Wasserstand müssten hier ein paar Tiere stehen. Hierfür wähle ich einen recht großen Twister mit breitem Schwanz. Silber – Glitter, oder wie das Ding heißt? Auch diesen sehr langsam geführt. Glückszahl an diesem Tag: Die Drei! Wieder der dritte Wurf. Diesmal hämmert es richtig in die Rute. Völlig perplex setzte ich den Anhieb. Rute krumm, der Fisch folgt bis vor meine Füße. An der Oberfläche ein wütendes Kopfschütteln. Er schlägt das Wasser regelrecht schaumig. Ich habe Angst, dass sich der Haken löst. Also sehe ich von einer Handlandung ab und pack in direkt in meinen Kescher. Yes! Ein schöner Zander.

 

 

Da Zander in diesem Fluss nicht an der Tagesordnung stehen, freu ich mich besonders. Für mich ein schöner Abschluss der Raubfischsaison. Und diesmal hat es geklappt. Nach dem Fischen war ich wieder gut drauf!

Ich hoffe, dass wir uns bald am Wasser sehen, bei etwas wärmeren Temperaturen!

 

Lars Müller