Neuer Köder, neues Glück!



Ich stehe in der Küche und betrachte noch etwas skeptisch eine Kugel, die in meiner Hand liegt. Eine neue Kreation, die sich in den nächsten Monaten beweisen muss. Zu diesem Zeitpunkt habe ich schon einige Versuche hinter mir und mit diesem Letzten bin ich mehr als zufrieden. Fast schon etwas Stolz präsentiere ich das Ergebnis meiner Freundin. Ihr einziger Kommentar: Der stinkt!

Das Wochenende steht kurz vor der Tür und ich kann es kaum erwarten den Köder zu testen. Schon nach einer knappen Stunde bekomme ich den ersten Biss. Leider verliere ich diesen Fisch nach einigen Sekunden. Mein Gefühl sagt mir aber, dass es kein Großer war. Vielleicht auch nur eine Schutzbehauptung? Einige Zeit später ruft mich mein Bissanzeiger erneut zur Rute. Anhieb! Widerstand! Als ich anfange zu pumpen, scheint der Fisch mitzuschwimmen. Erst kurz vorm Ufer dreht er zur Seite ab. Meine Vermutung bestätigt sich mit einer knallharten Flucht. Was für ein Schwall!

Eine Zitterpartie beginnt. Ist der Amur gut gehakt?

Der Kampf in unmittelbarer Ufernähe zieht sich für mich bis ins Unendliche. Jedes Mal, wenn er dem Kescher näher kommt, dreht er gewaltig auf. Ich kann nicht fassen, wie viel Kraft und Ausdauer dieser Grasfisch aufbringt. Die kräftigen Schläge, gefolgt vom Kreischen der Bremse, die Rute bis ins Handteil gebogen und das Brennen im Oberarm - ein Graserdrill der Extraklasse! Als ich ihn endlich über den Kescher führen kann, fällt mir gleich ein ganzer Berg Steine vom Herzen!

Erst nach den Fotos wird mir bewusst, dass dies mein bis dato größter Grasfisch aus diesem Gewässer ist. Für mich ein Grund zu doppelter Freude! Ein guter Fisch auf den Armen und die Gewissheit, dass mein Köder funktioniert. In der folgenden Nacht bekomme ich noch zwei weitere Bestätigungen. Meine Kugeln können zwei Spiegelkarpfen von etwas unter 30pf überreden, die ich ohne Foto wieder entlasse. Ich freue mich schon auf mein nächstes Testangeln!

Lars Müller